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Tattoo in der Schwangerschaft: Geht das?

Du fragst dich, ob ein Tattoo in der Schwangerschaft okay ist? Wir erklären dir die Risiken eines neuen Tattoos, ob du dir eins stechen lassen kannst und ob ein Tattoo-Artist dich überhaupt tätowieren würde.

[Triggerwarnung: Schwangerschaft. Wenn du Unterstützung rund um Kinderwunsch und Verlust suchst, wende dich bitte an deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Arzt oder an Organisationen wie Tommy’s und Sands.]

Du hast die zwei kleinen Striche auf dem Test gesehen, den ersten Ultraschall gebucht und spürst schon das erste Flattern. Aber während du dich in dieses neue Leben in dir verliebst: Was ist mit deiner ersten großen Liebe? Tattoos.

Wenn Body Art ein großer Teil deiner Persönlichkeit ist, kannst du dir neun Monate ohne Tinte kaum vorstellen. Und vielleicht fragst du dich dasselbe auch fürs Stillen.

Schwangere Frau mit Tattoos

Wir haben Barbara, Creative Content Managerin bei Stories & Ink (oben im Bild), und Georgia, Tattoo-Artist bei Honeybadger Tattoo in Brighton, nach ihrer Meinung gefragt. Beide erwarteten zu dem Zeitpunkt ein Sommerbaby.

Beide finden: Ein Tattoo in der Schwangerschaft ist das Risiko nicht wert. Sie warten lieber, bis das Baby auf der Welt ist, bevor sie neue Body Art buchen.

Wichtig: Keine der beiden ist medizinische Fachkraft. Wir empfehlen dir dringend, mit deiner Hebamme, deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt oder deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt zu sprechen, wenn du Fragen zu deiner Schwangerschaft hast oder Anzeichen einer Infektion oder Allergie bemerkst.

Kann man sich in der Schwangerschaft tätowieren lassen?

„Ich bin keine Expertin, aber nach allem, was ich gehört habe, ist es nicht sicher, sich in der Schwangerschaft tätowieren zu lassen“, erklärt Barbara (@barbaradzerve).

„Das größte Risiko ist eine Infektion, die für dich und das Baby sehr gefährlich sein kann. Auch wenn das Risiko klein ist: Eine Schwangerschaft verlangt dem Körper viel ab und kann das Immunsystem schwächen. Deshalb wartest du besser.

„Es hängt auch davon ab, wie groß das Tattoo ist. Lange unter Schmerzen zu sitzen, setzt deinen Körper unter Stress, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut fürs Baby ist.“

„Ich würde niemanden in irgendeiner Phase der Schwangerschaft tätowieren, und auch nicht während der Stillzeit.“

Georgia von @honeybadger___tattoo sieht das genauso. „Ich würde niemanden in irgendeiner Phase der Schwangerschaft tätowieren, und auch nicht während der Stillzeit“, sagt sie. „Seit ich weiß, dass ich schwanger bin, habe ich auch alle meine eigenen Tattoo-Pläne verschoben. Meiner Meinung nach ist es das Risiko einfach nicht wert.

„Und ehrlich gesagt: Normalerweise halte ich die meisten Tattoos tapfer aus, aber seit ich schwanger bin, kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen. Alles ist ohnehin schon so empfindlich. Ich würde immer raten, einfach zu warten. Auf ein gutes Tattoo lohnt es sich immer zu warten.“

Risiken von einem Tattoo in der Schwangerschaft

Auch wenn es klein ist: Ein Infektionsrisiko gibt es bei jedem Tattoo. Es kann zum Beispiel von unsauberen Nadeln, dem Kontakt mit Erregern oder Studios mit schlechter Hygiene ausgehen. Genau wie bei rohem Fleisch, weichen Eiern und rohem Sushi raten Fachleute deshalb in der Schwangerschaft von einem Tattoo ab. Sicher ist sicher.

Infektion

Vor allem durch Blut übertragbare Viren wie HIV und Hepatitis können über nicht sterilisierte Nadeln an dein ungeborenes Baby weitergegeben werden. Sie können schwere Infektionen verursachen, deshalb solltest du dieses Risiko meiden.

Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen sind ein natürlicher und schöner Teil der Schwangerschaft. Dein Körper vollbringt gerade Wunder, und du kannst stolz darauf sein, wie er sich verändert, während in dir neues Leben wächst. Wenn sich dein Tattoo durch Dehnungsstreifen verändert und du das Design anpassen möchtest, schau dir unseren Guide zum Tätowieren über Dehnungsstreifen an. Der hilft dir auch, wenn du deine Dehnungsstreifen in ein neues Design einbauen möchtest.

Tattoofarben

Es gibt kaum Forschung dazu, wie sich Tattoofarben in der Schwangerschaft auswirken. Manche Farben und Pigmente könnten deinem ungeborenen Baby aber schaden. Außerdem kann deine Haut in der Schwangerschaft anders reagieren, also ist auch eine Tattoo-Allergie etwas, worauf du achten solltest.

Schwangere Frau hält ihren Bauch

Was passiert, wenn ich mich schwanger tätowieren lasse?

„Wenn du dich hast tätowieren lassen und noch nicht wusstest, dass du schwanger bist, mach dir nicht zu viel Stress“, sagt Barbara. „Das Infektionsrisiko ist klein, aber zur Beruhigung kannst du jederzeit mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Lass dich aber nicht tätowieren, wenn du weißt, dass du schwanger bist. Damit setzt du dich und dein ungeborenes Kind dem Risiko einer Infektion wie Hepatitis B oder HIV aus.“

Tätowiert mich ein Tattoo-Artist, wenn ich schwanger bin?

„Höchstwahrscheinlich nicht! Ich glaube gern, dass die meisten Profis darüber Bescheid wissen und dich nicht tätowieren würden, wenn du schwanger bist. Zumindest die Artists, die ich kenne, würden immer ablehnen, wenn jemand sichtbar schwanger ins Studio kommt oder es ihnen sagt. Anders ist es, wenn man es dir nicht ansieht und du nichts sagst, aber das solltest du.“

Kann man ein Tattoo in der Schwangerschaft entfernen lassen?

Der britische Gesundheitsdienst NHS rät davon ab, ein Tattoo in der Schwangerschaft entfernen zu lassen, weil dafür meist ein Laser verwendet wird. Wenn du schon ein paar Sitzungen hattest und nicht wusstest, dass du schwanger bist, musst du dir keine Sorgen machen. Mit weiteren Sitzungen wartest du aber besser, bis dein Baby da ist.

„Wenn du mich fragst“, sagt Barbara, „würde ich es nicht empfehlen. Mit jeder Behandlung dieser Art würde ich warten, bis die Schwangerschaft vorbei ist.“

Wie lange nach der Geburt kann ich mich tätowieren lassen?

„Ich denke, das hängt von mehreren Dingen ab: ob du stillst oder nicht und wie du dich selbst fühlst. Wenn du stillst, solltest du nach der Geburt besser 9 bis 12 Monate warten, bevor du dir ein Tattoo stechen lässt. Wenn du nicht stillst, kannst du dich tätowieren lassen, sobald du dich bereit fühlst.“

Darf ich mich in der Stillzeit tätowieren lassen?

Wir haben auch mit Maria Myers gesprochen. Sie ist Geburtsvorbereiterin, Doula, international zertifizierte Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) und Gründerin von Milk-Making Mama. Mit ihr haben wir die Fragen rund um Tattoos und Stillen geklärt.

Sie rät dir, gründlich zu recherchieren, damit das Studio „die Sicherheitsrichtlinien einhält und alle nötigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen trifft“. Mehr dazu liest du in unserem Guide zu Tattoos und Stillen.

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