Kaum zu glauben, dass Tattoo-Artist Sammi @s.a.d.designs erst seit einem Jahr tätowiert, so stark ist ihre Kunst. Wir haben sie vor Kurzem getroffen, um herauszufinden, ob das Leben als Artist ihre Erwartungen erfüllt.
Hey Sammi, stellst du dich kurz vor?
Hi! Ich heiße Sammi und bin im Internet als S.A.D. Designs bekannt (@s.a.d.designs). Ich arbeite gerade im wunderschönen Studio Stories & Ink Falmouth, mitten in Cornwall. Ich tätowiere jetzt seit etwas über einem Jahr! Vor ein paar Wochen hatte ich meinen ersten „Geburtstag“! Es war eine verrückte Reise, und keine besonders geradlinige …
Sammi hat vor Kurzem ihr erstes Jahr als Tattoo-Artist gefeiert. Foto @s.a.d.designs
Wie wird man Tattoo-Artist? Sammis Weg
Wie hast du Tätowieren gelernt?
Ich hatte, sagen wir mal, einen eher unkonventionellen Weg. Ich habe eine Ausbildung angefangen und es geschafft, einen Fuß in die Tür einer Branche zu bekommen, die inzwischen total übersättigt ist, deshalb sehe ich mich als echten Glückspilz. Ich war in ein paar Studios und wusste, dass sie nicht ganz das Richtige für mich waren. Dann habe ich eine Anzeige von Stories & Ink gesehen, und der Rest ist Geschichte. Jetzt habe ich meine Tattoo-Familie gefunden und schätze mich glücklich, Teil der Marke Stories & Ink und ihres allerersten Tattoostudios zu sein.
Erzählst du uns ein bisschen was über deinen Stil?
Stil, puh! Wo fange ich an! Ich liebe es, ALLES zu machen! Wie gesagt, ich tätowiere erst seit einem Jahr, also will ich mich noch nicht in eine Schublade stecken, weil ich alle Stile ausprobieren möchte. Im Moment zieht es mich sehr zu weichen Black-and-Grey-Stipple-Tattoos, die eher in Richtung Realismus gehen, zu Traditional und Neo-Traditional. Neo-Traditional ist für mich so ein wunderschöner Stil mit diesen satten, gedämpften Farben … google das mal! Und dann schreib mir, wenn du Lust auf ein süßes Neo-Trad-Tattoo hast ;).
Tattoo von s.a.d.designs
Ist Tattoo-Artist sein so, wie du es dir vorgestellt hast?
Ich wollte Tattoo-Artist werden, seit ich 14 bin, also ist es für mich ehrlich gesagt ein wahr gewordener Traum. Manchmal muss ich mich immer noch kneifen! Trotzdem ist es VIEL mehr, als die Leute denken. Mir schreiben Leute und fragen nach Tipps zu Portfolios, wie ich zum Tätowieren gekommen bin und wie sie am besten in die Branche reinkommen. Ich sage nie „Lass es“, weil, scheiss drauf! Es ist der beste Job der Welt! ABER du musst es aus den richtigen Gründen machen.
So wie sich die Tattoo-Branche entwickelt hat, kannst du nicht mehr einfach nur Tattoo-Artist sein … du musst Social Media Manager sein, Rezeptionistin (wenn dein Studio keine hat), Fotografin, Videografin, Buchhalterin (die den Überblick über deine Termine und Finanzen behält) … wie gesagt, es ist eine Menge. Außerdem ist es wie in der Gastronomie: Du musst kontaktfreudig sein und dafür sorgen, dass sich deine Kundschaft die ganze Zeit sicher und wohlfühlt, ganz zu schweigen vom Tätowieren selbst, das noch obendrauf kommt!

Wenn Leute sagen „Es ist keine Verpflichtung, es ist ein Lebensstil“, trifft es das am besten. Wenn du es mit dem Tätowieren ernst meinst und es dein Traumjob ist, verabschiede dich von deinem Sozialleben, zumindest eine Weile, bis du dir einen Namen gemacht hast. Du machst Feierabend, kommst nach Hause, zeichnest, lernst vielleicht noch und füllst diesen wunderbaren Schwamm von Gehirn mit unendlich viel Wissen. In dieser Branche lernst du ständig dazu und entwickelst dich weiter, und das ist eins der Dinge, die ich am meisten liebe: die nie endende Weiterentwicklung als Artist!
Ich weiß, meine Antwort klingt ziemlich negativ, ist sie aber nicht! Wie gesagt, es ist der beste Job der Welt und ich würde ihn für nichts eintauschen! Aber ich finde, wer ins Tätowieren einsteigen will, sollte wissen, wie viel Arbeit hinter den Kulissen steckt. Für diesen Job brauchst du ein verdammt dickes Fell und viel Durchhaltevermögen.
Welche Art von Tattoos möchtest du gerne mehr machen?
Ich würde total gerne größere Projekte machen, zum Beispiel Rückenstücke oder Freehand-Arbeiten. Ich liebe große Projekte, die machen mir so viel Spaß! Außerdem lernst du deine Kundinnen und Kunden viel besser kennen, manchmal fühlt es sich an, als würdest du einfach mit einer Freundin abhängen. Das liebe ich an dieser Branche: Ich habe so viele großartige, interessante Menschen kennengelernt, die ich heute zu meinen guten Freunden zähle.
Wenn du nur einen Tipp zur Tattoopflege geben könntest?
Ganz ehrlich: Hör einfach auf deinen Artist! Und wenn du nach deinem Tattoo Sorgen oder Fragen hast, melde dich bei deinem Artist und trau dich ruhig, nachzufragen.
Okay, jetzt ein paar Fragen zum Kennenlernen. Erstens: Was ist dein eigenes Lieblingstattoo?
Ich kann mich nicht auf ein Lieblingstattoo festlegen, ehrlich gesagt ändert sich das jeden Tag, ich liebe sie alle. Am meisten bedeuten mir ein Smiley und ein trauriges Gesicht. Die sind für eine meiner besten Freundinnen, die ich letztes Jahr an Krebs verloren habe … aber viele meiner Tattoos sind gar nicht so tiefgründig und die meisten haben keine Bedeutung. Ich suche mir einfach ein schönes Kunstwerk aus und will es für immer auf meinem Körper haben!
Wo isst du am liebsten?
Mein Lieblingsort zum Essen, zumindest in Falmouth, ist wahrscheinlich RoBo. Wir Mädels aus dem Studio gehen da manchmal zum Wochenabschluss essen. Aber wenn mir nach was Fettigerem ist, ist die Beef Quesadilla von Bookoo's ehrlich gesagt SO GUT. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen!

Was wissen die Leute nicht über dich?
Ein paar Dinge, die viele nicht über mich wissen … Ich hatte früher Gesangsunterricht und habe Oper gesungen, ich höre klassische Musik (wenn gerade kein Metal läuft), ich kann Gitarre spielen und ich habe Angst vor Hühnern!
… Total verständlich, Hühnerfüße sind eklig!
Und zum Schluss: Wer inspiriert dich?
Meine Inspiration ist meine Oma, sie ist leider letztes Jahr gestorben. Meine ganzen Künstler-Gene und meinen Antrieb habe ich von ihr. Sie hat sich immer für meine Skizzenbücher und Arbeiten interessiert, als ich 6 Jahre lang Kunst studiert habe, und wenn ich mit einem neuen Tattoo ankam, hat sie nicht die Stirn gerunzelt, sondern wollte es sich genauer ansehen (auch wenn es nicht ganz ihr Geschmack war), die Gute. Alles, was ich künstlerisch mache, ist für sie, als Dank dafür, dass sie mir die Kreativität eröffnet und an mich und meine Kunst geglaubt hat.
Allen, die das hier lesen, können wir nur empfehlen, sich Sammis Arbeiten anzuschauen. Und Sammi, wie kann man bei dir ein Tattoo buchen?
Im Moment laufen alle meine Buchungen über Social Media, also Instagram, entweder direkt über mich oder über das Studio.
Mehr Infos zum Studio in Falmouth und zur Buchung findest du bei @storiesandinkfalmouth.