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Tattoo Heilung: Ablauf, Phasen und was dich erwartet

Wissen ist Macht! Lies das hier, bevor du dich tätowieren lässt, dann weißt du genau, wie die Tattoo Heilung abläuft, und machst dir weniger Stress, während dein neues Tattoo abheilt.

Wie funktioniert Tätowieren eigentlich?

Wenn es um die Tattoo Heilung geht, hilft es, erst mal ein bisschen über den Prozess zu wissen.

Liv Dodds ist Tattoo-Artist aus Northumberland in Großbritannien (du findest sie auf Instagram unter @livdoddstattoo). Sie erklärt, was beim Tätowieren wirklich passiert.

„Ganz einfach gesagt hat deine Haut drei Schichten“, sagt sie. „Die Epidermis, die Dermis und die Hypodermis bzw. Unterhaut.

Bei einem Tattoo gelangt die Farbe in die Dermis, und dein Körper erkennt das als Wunde. Als Reaktion schickt er eine Art weißer Blutkörperchen (Makrophagen), um die Farbe zu zerstören.

Die Makrophagen bleiben mit den Farbpigmenten in der Dermis, und so entsteht dein Tattoo.

Beim Tätowieren dringt die Nadel nur etwa 1,5 mm in die Haut ein, und zwar bis zu 3.000 Mal pro Minute.“

Die ersten 24 Stunden

„Das Wichtigste in den ersten 24 Stunden ist, dein Tattoo sauber und frisch zu halten.“ Liv Dodds, Tattoo-Artist

„Etwas Schwellung, Rötung und allgemeine Reizung sind nach einem frischen Tattoo völlig normal (schließlich wurden dir gerade immer wieder Fremdpartikel in die Haut gestochen). Das legt sich aber innerhalb der ersten 48 Stunden relativ schnell“, sagt Liv.

„Am Ende der Session deckt dein Artist dein Tattoo ab, entweder mit Frischhaltefolie oder mit einer Second Skin. Frag am besten deinen Artist, wie lange das drauf bleiben soll, denn jeder gibt da andere Empfehlungen.

Frisches Tattoo unter Schutzfolie

In letzter Zeit setze ich lieber auf Second Skin und empfehle, sie bis zu 12 Stunden drauf zu lassen. Danach geht es mit einer ‚Wet Heal‘-Methode weiter: Das Tattoo zwei- bis dreimal am Tag waschen und danach die Pflege auftragen.“ Mehr dazu liest du in unserem Guide Second Skin Tattoo: wie lange drauf lassen.

„Das Wichtigste in den ersten 24 Stunden ist, dein Tattoo sauber und frisch zu halten“, ergänzt Liv. „Das heißt: nicht anfassen (auch nicht Freunde oder Familie, wenn du es stolz zeigst) und abgedeckt lassen, um so viele Bakterien wie möglich fernzuhalten.

Wenn du dein Tattoo in dieser Phase regelmäßig wäschst, bleibt es außerdem schön kühl, denn in den ersten Stunden kann es sich ziemlich heiß anfühlen!“

Stories & Ink Aftercare Foam Cleanser

Der Stories & Ink Aftercare Foam Cleanser wurde speziell entwickelt, um gestresste Haut direkt nach dem Tätowieren sanft zu reinigen und zu beruhigen.

Tattoo Heilung: Tipps vom Profi

Liv hat diese Tipps, damit dein Tattoo gut abheilt.

Das solltest du tun:
  • Trag zum Termin lockere Kleidung, die nicht an deinem Tattoo reibt
  • Halte es sauber und gepflegt (nur mit tattoofreundlichen Produkten!)
  • Lass es atmen
Das solltest du lassen:
  • Dein Tattoo unter Wasser tauchen. Duschen ist okay, aber Baden, Pool, Meer und so weiter sind tabu, solange es heilt. Mehr dazu in unserem Guide Schwimmen mit neuem Tattoo
  • Haustiere oder andere Tiere daran reiben oder lecken lassen
  • Mindestens 48 Stunden lang intensiv Sport machen
  • Daran herumknibbeln (logisch)
  • Dein Tattoo direktem Sonnenlicht aussetzen

Wie lange dauert die Tattoo Heilung?

„Wenn das Tattoo nach einem Monat nicht abgeheilt ist, steckt meistens ein anderes Problem dahinter.“ Dr. Nicolas Kluger, Dermatologe

Langfristig ist die Heilungszeit bei jedem anders. Damit du trotzdem eine Vorstellung davon bekommst, was dich erwartet, haben wir mit einem Top-Dermatologen gesprochen.

Dr. Nicolas Kluger (du findest ihn auf Instagram unter @the_tattooed_derm) ist Professor für Dermatologie am Universitätsklinikum Helsinki.

Er sagt: „Grob gesagt dauert die Heilung zwei bis vier Wochen. Wenn das Tattoo nach einem Monat nicht abgeheilt ist, steckt meistens ein anderes Problem dahinter, zum Beispiel eine Allergie oder eine Infektion.“

Ein Faktor, der beeinflusst, wie schnell dein Tattoo heilt, ist die Art des Tattoos.

Nicolas sagt: „Feine Tattoos (Linienzeichnungen) heilen zum Beispiel schneller als Tattoos mit großen Farbflächen. Auch Augenbrauen per Microblading heilen recht schnell. Aber ein Monat ist eine sichere Grenze, um zu sagen, ob es ein Problem gibt oder nicht.“

Laut Nicolas sollte die Stelle eines Tattoos generell keinen Einfluss darauf haben, wie schnell es heilt. Es gibt aber Ausnahmen.

„Wenn du ein Tattoo an einer Stelle hast, an der ständig etwas reibt, zum Beispiel am Knöchel durch den Schuh, und du die Stelle nicht schonst, kann das die Heilung natürlich beeinträchtigen“, sagt er.

Du nimmst Medikamente?

Laut Nicolas können auch bestimmte Behandlungen, die du zum Zeitpunkt des Tätowierens bekommst, die Heilung verzögern. Wenn du Medikamente nimmst, lohnt es sich also, das vorher abzuklären, am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Nicolas sagt zum Beispiel: „Ich rate davon ab, sich unter Isotretinoin (einem Aknemittel) tätowieren zu lassen, weil sich die Heilung verzögern kann. Dasselbe gilt für hoch dosierte Kortikosteroide (eine Art entzündungshemmender Medikamente).

Bei Diabetes gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn der Diabetes beim Tätowieren gut eingestellt ist“, ergänzt Nicolas.

Tattoo Heilung: die Phasen im Überblick

Dein Tattoo verändert sich während der Heilung sichtbar. Hier ein kurzer Überblick, was dich von der ersten Woche bis zum sechsten Monat erwartet.

Woche 1

Nachdem du die Abdeckung abgenommen hast, bemerkst du vielleicht Rötungen, eine leichte Entzündung oder Schwellung der Haut, etwas Nässen oder sogar ein brennendes Gefühl. Das ist (meistens) völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Wenn die Abdeckung einmal ab ist, deckst du das Tattoo am besten nicht wieder ab. Sonst kann sich zusätzliche Feuchtigkeit rund um dein Tattoo sammeln, und das kann die Heilung beeinträchtigen.

Woche 2

In der zweiten Woche kann es etwas jucken, weil sich deine Haut schält und Schorf bildet. Tipps dagegen findest du in unserem Guide Tattoo juckt: was tun?

So schwer es auch fällt: Knibbel keinen Schorf ab und kratz nicht an der sich schälenden Haut. Das kann die Heilung verlängern und zu weiteren Verletzungen oder Narben führen.

In dieser Phase kann es auch so aussehen, als würde Farbe abgehen. Auch das ist ein völlig normaler Teil der Heilung und kein Grund zur Sorge. Die Farbe in den tieferen Hautschichten bleibt erhalten.

Woche 3 und 4

In dieser Phase wirkt dein neues Tattoo vielleicht etwas weniger leuchtend als erwartet. Das liegt daran, dass sich eine Schicht trockener Haut über deinem neuen Tattoo bilden kann.

In der folgenden Woche oder so löst sich diese Schicht ganz von selbst und gibt dein Tattoo darunter in voller Leuchtkraft frei.

In Woche drei und vier sollte der Juckreiz größtenteils verschwinden. Wenn nicht, und dein Tattoo noch rot oder geschwollen ist, kann das ein frühes Anzeichen einer Infektion sein.

Monat 1 bis 6

Nach einem Monat sollten Juckreiz und Rötung komplett verschwunden sein. Dein neues Tattoo sieht vielleicht sogar schon komplett abgeheilt aus!

Die Haut unter deinem Tattoo kann sich aber noch bis zu sechs Monate lang weiter regenerieren, bis sie als vollständig verheilt gilt.

In dieser Phase ist es wichtig, deine Pflegeroutine beizubehalten.

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7 Anzeichen, dass dein Tattoo entzündet sein könnte

Zum Glück sind heftige Reaktionen nach einem Tattoo ziemlich selten. Trotzdem lohnt es sich, die Anzeichen einer Infektion oder allergischen Reaktion zu kennen. Und wie immer gilt: Wenn du dir Sorgen machst, geh zu deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Mehr Infos findest du in unserem Guide Tattoo entzündet erkennen.

  1. Rötung, die nicht weggeht. Die meisten haben nach dem Studiobesuch ein paar Tage lang Rötungen. Wird die Rötung aber nicht besser, kann das ein Zeichen sein, dass dein Tattoo nicht so gut heilt, wie es sollte.
  2. Die Haut fühlt sich heiß an. Wenn deine Haut noch Tage nach dem Stechen Wärme abstrahlt, kann das ein weiteres Anzeichen für eine Infektion sein.
  3. Nässende Flüssigkeit. Etwas Nässen ist nach einem neuen Tattoo ganz normal. Wenn aber zwei bis drei Tage nach dem Stechen immer noch Flüssigkeit oder Eiter austritt, solltest du ärztlichen Rat einholen.
  4. Fieber oder Schüttelfrost. Das ist ein typisches Anzeichen für eine Infektion und kann nach einem Tattoo auf ein Problem hindeuten.
  5. Die Schmerzen werden schlimmer. Dein Tattoo fühlt sich ein paar Tage lang garantiert etwas wund an. Es sollte aber stetig besser werden. Wenn es Tage nach dem Studiobesuch immer schlimmer wird, kann das ein Anzeichen für eine Infektion sein.
  6. Geschwollene, aufgedunsene Haut. Auch hier gilt: Eine leichte Schwellung im Tattoo-Bereich ist normal. Wenn aber die umliegende Haut geschwollen aussieht, kann das auf eine Allergie gegen die Farbe hindeuten. Mehr dazu in unserem Guide Tattoo geschwollen und erhaben.
  7. Starker Juckreiz oder Quaddeln. Etwas Juckreiz ist in den ersten paar Wochen nach dem Stechen meist kein Grund zur Sorge. Stark juckende Tattoos oder Quaddeln können aber auf eine allergische Reaktion hindeuten.

Tattoo Heilung: FAQ

Vor einem neuen Tattoo hat man natürlich jede Menge Fragen. Hier findest du die Antworten auf einige der häufigsten.

Wie lange dauert es, bis ein Tattoo verheilt ist?

Die meisten Tattoos sind nach 2 bis 3 Wochen abgeheilt, also wenn Schwellung, Rötung, Juckreiz, Schuppen und Schorf komplett verschwunden sind. Große oder stark gefüllte Motive können etwas länger brauchen. Wenn es nach einem Monat nicht abgeheilt ist, steckt meistens ein anderes Problem dahinter. Dann solltest du ärztlichen Rat einholen.

Wie sieht ein heilendes Tattoo aus?

Dein Tattoo durchläuft beim Abheilen mehrere Phasen. In den ersten Tagen sind Rötungen, Nässen und geschwollene Haut normal. Hält das aber länger als ein paar Tage an, kann es ein Anzeichen für eine Infektion sein.

Nach zwei Wochen kann sich deine Haut schälen. In Woche drei und vier wirkt dein Tattoo vielleicht matter, bis sich die Haut von selbst erneuert und die Schönheit darunter zum Vorschein kommt!

Was sollte man auf ein heilendes Tattoo auftragen?

Dein Tattoo-Artist kann dir Tipps geben, was du während der Heilung auftragen solltest. Bei Stories & Ink wurde unsere Aftercare Cream speziell dafür entwickelt, gestresste Haut direkt nach dem Tätowieren zu beruhigen und zu pflegen. Weitere Tipps gibt es in unserem Aftercare-Tutorial-Video:


Darf man Sonnencreme auf ein heilendes Tattoo auftragen?

Wenn du dich schneidest, würdest du dir ja auch keine Sonnencreme in die Wunde reiben. Hoffen wir zumindest! Dasselbe gilt für neue Tattoos, denn die sind im Grunde offene Wunden.

Du solltest also erst Sonnencreme auftragen, wenn dein Tattoo komplett abgeheilt ist, denn sie enthält Inhaltsstoffe, die deine Haut reizen können. Bis dahin deckst du es mit lockerer Kleidung ab, wenn du in die Sonne gehst.

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